Barrierefreie soziale Medien

Barrierefreie soziale Medien

So gestaltest du deine Beiträge auf Instagram, Facebook und TikTok inklusiv.

 

Soziale Medien gehören zu den wichtigsten Kommunikationswegen von Jugendorganisationen mit jungen Menschen. Hier werden Neuigkeiten geteilt, Veranstaltungen beworben, Erfolge gefeiert und eine Gemeinschaft aufgebaut. Doch für viele junge Menschen mit Behinderungen stellen soziale Medien erhebliche Barrieren dar – von Bildern ohne Beschreibung über Videos ohne Untertitel bis hin zu Grafiken mit Text, den Screenreader nicht vorlesen können. Die barrierefreie Gestaltung sozialer Medien ist nicht kompliziert, erfordert aber die Entwicklung einiger neuer Gewohnheiten.

 

Füge jedem Bild einen Alternativtext hinzu.

Die meisten großen Social-Media-Plattformen ermöglichen es, Bildern vor dem Posten einen Alternativtext hinzuzufügen. Auf Instagram tippen Sie beim Erstellen eines Beitrags auf ‘Erweiterte Einstellungen’ und wählen ‘Alternativtext schreiben’. Auf Facebook klicken Sie auf die drei Punkte neben einem hochgeladenen Bild und wählen ‘Alternativtext bearbeiten’. Auf LinkedIn finden Sie beim Hochladen eines Bildes die Option ‘Alternativtext hinzufügen’.

 

Verfassen Sie eine Beschreibung, die den Zweck des Bildes vermittelt, nicht nur seinen wörtlichen Inhalt. Überlegen Sie, was das Bild aussagt, und stellen Sie sicher, dass diese Information auch in Textform für alle verfügbar ist, die das Bild nicht sehen können.

 

Versehen Sie Ihre Videos mit Untertiteln

Alle in sozialen Medien geteilten Videos sollten Untertitel enthalten. Die meisten Plattformen bieten eine automatische Untertitelungsfunktion – Instagram Reels und TikTok generieren Untertitel automatisch, die Sie vor dem Posten bearbeiten können. Auf Facebook und YouTube können Sie Untertitelspuren nach dem Hochladen hinzufügen oder bearbeiten. Überprüfen und korrigieren Sie automatisch generierte Untertitel immer vor der Veröffentlichung. Fehler in den automatischen Untertiteln können Ihre Inhalte unverständlich oder unzugänglich machen.

 

Verlassen Sie sich nicht auf Text, der über Bilder gelegt wurde.

In Social-Media-Inhalten ist es weit verbreitet, Grafiken zu erstellen, die wichtige Informationen als Text im Bild enthalten – beispielsweise Ankündigungen, Veranstaltungsdetails oder Zitate. Dieser Text ist für Screenreader nicht sichtbar. Wenn Ihre Grafik Text enthält, muss dieser Text auch in der Bildunterschrift oder im Alternativtext erscheinen. Teilen Sie wichtige Informationen nicht nur als Bild.

 

Beschreiben Sie den visuellen Inhalt in Ihren Bildunterschriften.

Wenn Sie ein Foto oder Video veröffentlichen, beschreiben Sie kurz in der Bildunterschrift, was zu sehen ist, insbesondere wenn das Bild für den Inhalt des Beitrags zentral ist. Dies ist für alle Nutzer empfehlenswert – viele Menschen nutzen soziale Medien ohne Ton oder in Umgebungen, in denen sie Bilder nicht gut erkennen können – und ist für Nutzer mit Sehbehinderungen unerlässlich.

 

Verwende CamelCase für Hashtags

Bei Hashtags mit mehreren Wörtern schreiben Sie bitte den ersten Buchstaben jedes Wortes groß. „#DigitalAccessibility“ wird von Screenreadern als drei separate Wörter vorgelesen. „#digitalaccessibility“ hingegen wird als eine einzige Zeichenkette gelesen, was verwirrend und manchmal unverständlich ist. Diese kleine Änderung sorgt dafür, dass Ihre Hashtags für Screenreader-Nutzer lesbar und für alle verständlicher sind.

 

Vermeiden Sie übermäßigen Emoji-Gebrauch

Bildschirmleseprogramme lesen den Namen jedes Emojis vor. Ein Beitrag mit zehn Raketen-Emojis wird zu zehn Ankündigungen von ‘Rakete’. Verwenden Sie Emojis sparsam, platzieren Sie sie am Satzende statt mitten im Satz und verwenden Sie sie niemals als Ersatz für Wörter.

 

Bieten Sie Audiobeschreibungen für Videos an.

Enthält Ihr Video wichtige visuelle Informationen, die nicht im Ton beschrieben werden – beispielsweise ein gezeigtes Diagramm, eine vorgeführte Demonstration oder ein besuchter Ort –, sollten Sie eine Audiobeschreibung hinzufügen. Diese kann als Sprachausgabe oder als Textbeschreibung in den Untertiteln erfolgen.

 

Überprüfen Sie den Farbkontrast.

Wenn Sie Grafiken für soziale Medien erstellen, achten Sie darauf, dass der Text ausreichend Kontrast zum Hintergrund aufweist. Verwenden Sie ein Kontrastprüftool, um sicherzustellen, dass Ihre Farbkombinationen den WCAG-Standards entsprechen. Text mit geringem Kontrast ist für sehbehinderte Nutzer und generell für viele Nutzer bei schlechten Lichtverhältnissen schwer lesbar.

 

Barrierefreie soziale Medien bedeuten nicht, Ihre gesamte Content-Strategie umzukrempeln. Es geht vielmehr darum, einige wenige, aber beständige Gewohnheiten zu entwickeln: Alternativtexte, Bildunterschriften, beschreibende Texte und durchdachtes Design. Mit der Zeit werden diese Gewohnheiten zur Gewohnheit – und Ihre Inhalte werden wirklich inklusiv.